Akademie für WingChun Neustadt

Lerne Dich zu verteidigen!

Collision, the only solution

Tatsächlich verwende ich als WingChun Großmeister das Wort "Kollision" um das Zusammentreffen des Angriffes mit der Abwehr zu bezeichnen.

Wenn es im Kampf keine Kollision gibt so gab es auch nie einen Angriff.

Nach meinem Artikel " Let's Collide " erreichten mich unzählige e-Mails, die ich übrigens ausnahmslos beantwortete, mit der Frage weshalb ich in unserem Stil von Kollisionen rede und was genau ich damit meine. In vielen Mails werde ich auch nach meiner Meinung zu Sparring gefragt. Beide Themen werde ich hier behandeln.

Sachlage ist, dass ich vor 15 Jahren ein völlig neues System mit dem Namen WingChun entwickelt habe.

Viele Verbände wurden nur gegründet um neue Vereinigungen bzw. neue Logos zu erschaffen, aber technisch blieb ausnahmslos alles beim Alten. Diese egoistischen Absichten kann man kaum als Innovation bezeichnen. Und genau das ist die Ursache der Verwicklungen in der Szene. Neue Etikettierung, aber identischer, zusammengeklauter Inhalt. In meinem System findet niemand eine einzige bekannte Technik, vor allem wenn er vorher für zehn und mehr Jahre W-T oder eines seiner unzähligen Kopien trainiert hat. Ich empfehle einem Jeden unser WingChun persönlich kennen zu lernen. WingChun ist einzigartig und darauf sind wir alle, die Schüler und Lehrer der IAW, stolz.

Unser Team hilft jedem beim Neustart in der International Academy of WingChun. Bei uns ist jeder willkommen!

Kurze Erläuterung zum Thema "Sparring".

Kriegskunst mit Sparring zu üben kann nur mit dem Niveau eines Kleinkindes ernsthaft in Betracht gezogen werden. Es ist unmöglich echte Selbstverteidigungsfähigkeiten im Sparring zu messen. Vor allem nicht, weil dabei Schutzhandschuhe getragen werden. Man schlägt sich mit Handschuhen weil der Gegenüber unfähig ist, die Schläge abzuwehren. Darum ist beim WingChun Unterricht das Tragen von Übungshandschuhen nicht erlaubt denn es würde die Substanz und die Effektivität radikal beeinträchtigen. Übungshandschuhe dienen dem Schutz des Gegenübers. Der Angreifer ist jedoch wohl kaum für den Schutz seines Gegenübers verantwortlich. In der Selbstverteidigung ist das Gegenteil der Fall. Nur der eigene Schutz ist von Interesse. Sonst nichts. Wir verteidigen uns mit unseren Händen und Armen ohne Schutzausrüstung und wir greifen ohne Schutzausrüstung an. Der Schutz liegt in der Fähigkeit und nicht in der Ausrüstung. Wer im WingChun Sparring üben will hat definitiv ein hochgradiges Defizit. Entweder in seiner Befähigung oder im Verständnis.

Sparring wird in Sportarten trainiert, bei denen keine Selbstverteidigungsfähigkeiten geschult werden. So einfach ist das. Sparring ist eine notwendige Übungsvariante vieler Kampfsportarten. Ich habe noch nie davon gehört, dass Schüler aus diesen Kampfsportarten Chi Sao zur Abhärtung der Arme und oder unsere WingChun Formen zum Erhöhen der Körperspannung und Koordination trainieren. Weshalb sollten sich Schüler aus Selbstverteidigungskünsten an Übungen aus dem Kampfsport erfreuen? Das macht überhaupt keinen Sinn und zeigt nur wie verwirrt und unwissend doch viele sind.

Das WingChun Training der IAW ist erheblich härter als jedes Sparring. Ich vermute, dass viele Künste den Schülern keine Bestätigung bieten und diese daher auf Sparring zurückgreifen um sich wenigstens ab und an mal "stark" zu fühlen. Das lässt auf ein jämmerliches Trainingsprogramm schließen. Wer richtig trainiert braucht kein Sparring um sich stark zu fühlen. WingChun ist knochenhartes Training. Wer eine Trainingseinheit oder gar ein ganzes Seminar durchhält, der ist auf jeden Fall stark. Unsere Schüler sind stark und nicht nur das. Sie sind fähig, bestens trainiert und bereit.

Nun wieder zum Hauptthema dieses Artikels, der Kollision.

Ein mit der Absicht zu treffen geführter Angriff führt zwangsläufig zu einer Kollision. Entweder trifft bei einem Fauststoß die Faust das Ziel oder der Arm kollidiert mit der Abwehr. Eine andere Möglichkeit gibt es de facto nicht.

Nun glauben außerordentlich viele "Kunstkämpfer" den Schlag eines Gegners irgendwie neutralisieren zu können. Manche wünschen sich die Kraft des Gegners zu stehlen, andere reden vom Leihen der Kraft und weitere von Passivität und dem unwirksam machen eines Angriffes. Sie trainieren ihre Sensitivität beginnend mit der Berührung der Arme. Das ist absurd. Der Fehler liegt im verkennen des Anfangs eines Kampfes.

Der Kampf beginnt immer vor der Berührung und die sogenannte Berührung bzw. der Kontakt ist lediglich das Ende eines Angriffes, nämlich eine brutale Kollision.

Somit gibt es keine Berührung "im Sinne eines zarten Kontaktes" sondern lediglich ein erbarmungsloses Ende einer Bewegung. Es liegt die Vermutung nahe, dass viele das Wort "Kampfkunst" im Bezug auf ihren Stil nur verwenden um das anspruchsvolle Training mit seinen unverzichtbaren Anstrengungen zu vermeiden. Ich habe überhaupt nichts dagegen wenn unsere Schüler das WingChun als Sport bezeichnen, denn das ist es in der Tat. Persönlich bevorzuge ich die Bezeichnung Kriegskunst.

Zu glauben der Kampf beginne mit einer Berührung und die Annahme man könne ab der Berührung noch korrekt reagieren ist schizophren.

Diese antrainierte Wahrnehmungsstörung entsteht, wenn man über einen längeren Zeitraum in einer homogenen Gemeinschaft trainiert und da anfängt wo der echte Kampf aufhört. Primus error veniam meretur. Man macht es sich leicht und übt taktile Konstellationen die bei einem echten Kampf niemals existieren. So erspart man sich natürlich das harte und realistische Training. Doch es gibt keine unbelastete Berührung. Wer das Training mit dem Kontakt der Arme des Gegenübers startet übt im eigentlichen Sinne gar nichts. Mit dem Kontakt endet jeder Angriff und jede Verteidigung. Ein Kampf ist vor und nach dem Kontakt / einer Kollision interessant. Die Kollision entsteht wie bereits erwähnt zwangsläufig beim Zusammentreffen von Angriff und Verteidigung. Der dabei entstehende Kontakt ist gänzlich unerheblich. Nur wer gut trainiert und stabil genug ist einen Angriff zu überstehen kann selbst zum Angriff übergehen.

Gefühlstraining ist Humbug und hat mit Kriegskunst überhaupt nichts zu tun.

Doch der Wirrwarr hat seinen Ursprung. Seit einiger Zeit gibt es selbsternannte Schulleiter, die ihr System sogar in wenigen Wochen zu lernen anbieten und andere die nicht einmal ein Graduierungssystem vorweisen. Wer sein System in ein paar Wochen zeigen kann will damit nur sagen: "ich kann zwar nichts, aber ich teile es gerne mit Euch". Über solche trostlose Angebote lohnt es sich nicht weiter nachzudenken. Doch genau dieser Massenmüll führte zum heutigen Dilemma.

Wer jedoch kein Graduierungssystem bietet, der hat auch keine Struktur und legt definitiv keinen Wert auf technisches Niveau. Das ist eine Art von Hippie Struktur in der Szene (Peace, wir sind alle gleich). Wer bei solchen selbsternannten Lehrern anfängt verliert nur wertvolle Zeit und hat am Ende nichts. Oder aber er geht noch einen Schritt weiter in die Sackgasse und nennt sich selbst Lehrer. Und genau so erreichte die Pervertierung der Stilrichtungen ihre heutige Höchstform. Was will man denn in einer Ausbildungsstätte erwarten, wenn kein Graduierungssystem angeboten wird und es somit auch keinen Großmeister gibt, der eine klare und logische Struktur bietet und erhält?

Nein, wir sind nicht alle gleich.

Der Eine lernt schneller, der Andere langsamer, der Eine trainiert mehr, der Andere weniger. Jeder sorgt für sein individuelles Fortkommen in der Gruppe. Einen neuen Schüler mit einem Fortgeschrittenen nach etwa zwei Jahren Erfahrung vergleichen zu wollen ist ungerecht. Nach zwei Jahren erreicht ein Schüler den 8. bis 9. Schülergrad und gehört damit zur Oberstufe.

Eine Organisation die nicht mit hoch graduierten Schülern aufwarten kann versucht auf ungeschickte Weise zu verbergen, dass es keinen Fortschritt gibt.

Eine Entwicklung ist ohne Graduierungssystem niemals möglich, denn sie hätte keinen Anfang und vor allem keine Mitte. Orientieren kann man sich immer nur an den höheren Graden. Die Graduierung ist der Gradmesser, die Richtschnur und der Stolz eines Systems. Schüler mit höheren Graduierungen dienen mitunter der Orientierung und der Motivation und zeigen wie gut man werden kann, wenn man strukturiert trainiert.

WingChun ist der perfekte Sport.

Wir entwickeln fortwährend die persönliche Kraft, technisches Verständnis und folglich Schnelligkeit im Denken und Handeln. Ein notwendiges Maß an Schmerzunempfindlichkeit wird bei unserem hohen Trainingsstandard bereits nach den ersten Schülerprüfungen der Grundstufe erzielt. Zudem stärken wir unsere Knochen um auf jeden nur erdenklichen Angriff bestens vorbereitet zu sein und diesen zu überstehen. Denn genau darum geht es in der Selbstverteidigung.

Nur wer hart trainiert und sich stark fühlt kann sich selbst vertrauen.

Wir fordern und fördern unsere Schüler bis zur Perfektion. WingChun dient sowohl der körperlichen Ertüchtigung als auch der Selbstverteidigung. Eine bessere Kombination als ein Fitnesstraining gepaart mit dem Aufbau einer zweckgerechten und funktionellen Koordination gibt es nicht.

 

© Sifu Klaus Brand, Grandmaster of the International Academy of WingChun

WingChun

Hier stellen wir Ihnen die Selbstverteidigungskunst WingChun vor.

WingChun Prinzipien

Die grundlegenden Leitsätze und Prinzipien, die für die Selbstverteidigung unabdingbar sind.

Graduierungssystem

Eine Übersicht der einzelnen Graduierungen, die im WingChun erreicht werden können.